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 DIE HORNHAUT
Funktion und Form
Mikroskopischer Schichtenaufbau
Der Tränenfilm
Stoffwechsel der Hornhaut
Untersuchungsmethoden

DER TRÄNENFILM

Der Tränenfilm

Die Tränenflüssigkeit wird in der Tränendrüse erzeugt und rinnt über den Augenwinkel und den Tränenkanal in die Nasenhöhle ab. Der gesamte Tränenfilm besteht aus zwei unterschiedlichen Arten von Tränen­filmen, dem präokulären und dem präcornealen Tränenfilm. Der präokuläre Tränenfilm bedeckt die innerhalb der Lidspalte gelegene Hornhaut und Bindehaut. Der präcorneale Tränenfilm überzieht hingegen nur die freiliegende Cornea. Auf der Augenoberfläche bildet die präcorneale Tränenflüssigkeit einen dreischichtigen Tränenfilm.


Äußere Schicht des Tränenfilms (Lipidschicht)

Die Lipidschicht mit einer Dicke von ca. 100 nm ist die oberste Schicht des Tränenfilms. Sie verhindert ein schnelles Verdunsten der wässrigen Schicht und bildet die optisch wirksame glatte Grenzschicht zur Luft. Die Lipidschicht besteht aus Cholesterin, Cholesterinester, Triglyzeriden und Phospholipiden bildet sich aus dem Sekret der Meibom-Drüsen. Nur aufgrund eines ausgewogenen Mischungsverhältnisses der Einzelbestandteile des Meibomschen Sekrets und einer damit zusammenhängenden Gefrierpunktserniedrigung sind die Bestandteile flüssig. An die unpolaren Abschnitte der Phospholipide schließen sich die unpolaren Lipide und hydrophobe Bestandteile des Meibomschen Sekrets an. Somit bilden die Phospholipide eine stabile Zwischenschicht zwischen der wässrigen Schicht des Tränenfilms und der äußeren Lipidschicht. Rund 14 % der Phospholipide tragen elektrische Ladungen. Diese stoßen sich gegenseitig ab und begünstigen auf diese Weise die spreitende Ausbreitung des Lipidfilms auf dem Auge. Störungen der Zusammensetzung des Sekrets der Meibom-Drüsen begünstigen bakterielle Infektionen der Lidkante.


mittlere Schicht des Tränenfilms (wässrige Schicht

Die wässrige Schicht, die sich zwischen der Lipid- und der Mucinschicht befindet, besteht zu 98% aus Wasser und bildet mit einer Dicke von 6-10 µm den größten Anteil des Tränenfilms. Diese Schicht wird hauptsächlich von der Haupttränendrüse und der Nebentränendrüse gebildet. Da der Übergang zur Mucinschicht fließend ist, kann eine Erhöhung der Konzentration von Mucopolysacchariden zur Mucinschicht gemessen werden. Das basische Lysocym bildet im Tränenfilm das wichtigste Protein, denn es hat eine antibakterielle Wirkung. Es bildet ein Puffersystem für den pH-Wert gemeinsam mit dem sauren Albumin. Neben dem Lysocym und dem Albumin spielt auch das Laktoferrin eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Es weist ein hohes Eisenbindungsvermögen auf. Da Bakterien für ihre Vermehrung auf Eisen angewiesen sind, verhindert das Laktoferrin die übermäßige Vermehrung von Bakterien, in dem es das für die Bakterien lebensnotwendige Eisen entzieht. Nach neueren Erkenntnissen dient die wässrige Schicht nicht mehr der Befeuchtung der Augenoberfläche. Diese Aufgabe übernimmt eher die Mucinschicht. Die wässrige Schicht soll demnach den hohen Wassergehalt der Mucine sichern.


an die Cornea angrenzende innere Schicht

Die Mucinschicht grenzt an das Epithel der Cornea und geht in die wässrige Schicht des Tränenfilms über. Ihre Dicke wird in der Literatur mit ca. 30-40 µm angegeben. Es gibt drei am äußeren Auge nachgewiesene Mucine: Mucin1 (MUC1), Mucin 4 (MUC4) und Mucin5AC (MUC5AC). Sie unterteilen sich außerdem in zwei Gruppen, den membranbeständigen Mucinen und den sekretorischen Mucinen. Demnach handelt es sich beim MUC1 um ein membranbeständiges Mucin, welches fest in die Zellmembranen der Epithelzellen der Cornea eingebaut ist. MUC1 verhindert aufgrund seiner Größe und der negativen Ladungen die Adhäsion anderer Zellen und Mikroorganismen an den Epithelzellen. Es überragt die Mikrovilli um ein Vielfaches und verhindert so, dass Bakterien an die äußeren Epithelzellwände gelangen. MUC4, ein sekretorisches Mucin, wird in den Epithelzellen der Bindehaut gebildet. Es ist bis jetzt noch relativ wenig erforscht worden. MUC5AC, ebenfalls ein sekretorisches Mucin, wird von den Becherzellen der Bindehaut gebildet. Wegen seiner chemischen Zusammensetzung hat es einen gelartigen Charakter. Es schließt nach außen an das in den Epithelzellen gebundene MUC1 an. Da sich die negativen Ladungen von MUC1 und die der sekretorischen Mucine abstoßen, erleichtert das MUC1 die Ausbreitung des MUC5AC über die Augenoberfläche. Der Wassergehalt des gelartigen MUC5AC nimmt nach außen hin immer weiter zu und geht schließlich in die wässrige Schicht über.


Zwinkern

Beim Zwinkern entstehen mikroskopische Bläschen, die die Sehleistung kurzfristig herabsetzen. Nach ca. 0,5 bis 1,5 Sekunden lösen sie sich auf (je nach Konsistenz des Films) und auch durch den Lidschlag erzeugte Verdickungen werden ausgeglichen. Nach ca. 5 Sekunden bricht der Film auf und erzeugt wiederum Unregelmäßigkeiten, wodurch sich die Sehleistung wieder verschlechtert.


 

Quelle: wikipedia.org